Reisemedizin

Rabies-Impfung (Tollwut)

Weltweit vorkommend ist Tollwut eine Krankheit mit besonderer Verbreitung in den ländlichen Gebieten Indiens, Südostasiens und des (tropischen) Afrikas. Sie hat eine hohe Todesrate und wird übertragen durch Bisse von Fuchs, Wolf oder Hund, in Südamerika auch von der Fledermaus.

  • Impfung: 5 Wochen vor Abreise beginnend, 3 Impfungen im Wochenabstand; passive Impfung nach Biss möglich
  • Empfohlen: bei Reisen in tollwutgefährdete Gegenden – auch wenn die Krankheit eher selten vorkommt – wegen möglicher Knappheit oder falscher (stark unterdosierter) Verabreichung im Reiseland
  • Auffrischung: nach einem Jahr, dann nach 3-5 Jahren.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reiseimpfungen

Regelimpfungen. Jede Reise sollte Anlass sein, zunächst einmal die bei uns empfohlenen Regelimpfungen – für Erwachsene gegen Tetanus und Diphtherie sowie Masern, Mumps oder Röteln zu prüfen. Ein Blick in den Impfpass (gegebenenfalls durch den Hausarzt) zeigt, ob die Auffrischungsimpfungen noch wirksam sind. Dies ist der Fall, wenn die letzte Impfung nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt. Ist der Impfpass sehr lückenhaft, sollte man vom Arzt die Antikörper bestimmen lassen, sodass dieser dann entscheiden kann, was zu tun ist. Bei Bedarf übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Impfung.

Pflichtimpfungen. Eher selten sind Impfungen bei der Einreise von den nationalen Gesundheitsbehörden verbindlich vorgeschrieben (so die Gelbfieber- und die Meningokokken-Impfung von einigen afrikanischen Staaten). In diesem Fall bleibt dem Reisenden nichts anderes übrig, als sich diese Pflichtimpfungen verabreichen zu lassen.

Zusatzimpfungen. Darüber hinaus gibt es je nach Reiseland oder -ziel eine Reihe weiterer, empfohlener Zusatzimpfungen.

  • 6 Wochen vor Reiseantritt: Auffrischung Diphtherie, Tetanus, eventuell Masern-Mumps-Röteln, 1. Hepatitis B, 1. Polio, 1. FSME
  • 5 Wochen vor Reiseantritt: 1. Tollwut
  • 4 Wochen vor Reiseantritt: Japanische Enzephalitis, 2. Tollwut
  • 3 Wochen vor Reiseantritt: Pneumokokken, 3. Tollwut
  • 2 Wochen vor Reiseantritt: Meningokokken, Typhus, Hepatitis A, 2. Hepatitis B, 2. Polio, 2. FSME
  • 10 Tage vor Reiseantritt: Gelbfieber
  • Eine Woche vor Reiseantritt: Typhus(-kapsel), Malariaprophylaxe mit den Medikamenten Resochin®, Lariam® und Paludrine®
  • 1-2 Tage vor Reiseantritt: Malariaprophylaxe mit Malarone®.

Obwohl Reiseimpfungen an sich nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen auftauchen, übernimmt die Kasse in der Regel zumindest einen Teil der Impfkosten. Es lohnt sich, dies vorher mit der Kasse abzuklären.

Weiterführende Informationen

  • W. Malinowski: Impfungen für Auslandsreisende und Malariaprophylaxe. Facultas Universitätsverlag, 2001. Vermittelt dem Arzt Basiswissen für individuelle, reisebezogene Impfvorsorge und Malariaprophylaxe, ist aber auch laientauglich. Mit länderspezifischer Liste zur Malaria- und Impfprophylaxe, auf den Reisemedizinischen Konsensrichtlinien basierend.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisekrankheit

Insbesondere Kinder und Frauen leiden – bei Auto- und vor allem Schiffsfahrten – an der Reisekrankheit (Kinetose), die sich durch hochgradige Übelkeit, Schwindel, Schweißausbrüche und Erbrechen äußert. Mediziner erklären das Entstehen der Reisekrankheit mit einer Überreizung des Gleichgewichtsapparats aufgrund der heftigen Bewegungen. In Kombination mit den oft widersprüchlichen Informationen aus Gleichgewichtswahrnehmung und Sehen führt dies zu der unangenehmen Reaktion des Nervensystems. Nicht zu unterschätzen sind aber auch die psychologischen Faktoren, die am Geschehen beteiligt sind, z. B. Stress oder bei Kindern Aufregung durch die ungewohnte Situation oder durch die Vorfreude auf den Urlaub.

Die folgenden Hinweise können helfen, die Reiseübelkeit zu vermeiden:

  • Wahl des individuell verträglichsten Verkehrsmittels: In Flugzeugen ist die Gefahr von Übelkeit geringer als auf Schiffen (die sprichwörtliche Seekrankheit), Bahnreisen sind günstiger als Auto- oder Busfahrten. Ausnahme: Züge mit Neigetechnik
  • Wahl eines Sitzplatzes, der möglichst geringen Erschütterungen ausgesetzt ist: im Bus vorne, im Auto der (Bei)Fahrersitz, im Schiff in der Mitte, im Flugzeug über den Tragflächen
  • Versuchen Sie bei Schiffsreisen möglichst einen unbeweglichen Punkt, eine Linie oder Fläche mit den Augen zu fixieren, z. B. den Horizont
  • Nicht lesen während der Fahrt – die Fixierung der Sicht auf Dinge, die sich mitbewegen, intensiviert die Beschwerden
  • Alkohol und reichliches Essen vermeiden, allerdings vor Reiseantritt zumindest eine Kleinigkeit essen
  • Kaugummi kauen oder Bonbons lutschen
  • Zwischendurch Bewegung und frische Luft.

Haben sich die Symptome bereits eingestellt, hilft ein Dimenhydrinat-Kaugummi (Superpep®). Die Substanz wird direkt über die Zunge aufgenommen und wirkt bereits nach ein paar Minuten. Ansonsten sind vor allem frische Luft, reichlich Flüssigkeitsaufnahme und eventuell die Gabe von Vomex A®-Zäpfchen angeraten. Der Körper gewöhnt sich bei Schiffsreisen oft nach 1–2 Tagen an das Schaukeln und die Übelkeit lässt nach.

Wer aber aus Erfahrung weiß, dass er anfällig für die Reisekrankheit ist, sollte sich vorbeugend für eines der folgenden Medikamente entscheiden:

  • Etwa eine halbe Stunde vor Abfahrt ein Antihistaminikum wie Dimenhydrinat (Reisegold Tabs®) in Tablettenform einnehmen, dessen Wirkdauer 4–6 Stunden beträgt bei Bedarf weitere Tabletten einnehmen. Leider machen diese Arzneimittel müde und fahruntüchtig.
  • Eine Alternative ist das Scopolaminpflaster (Scopoderm TTS®), das 4 Stunden oder auch am Abend vor der Abreise hinter das Ohr geklebt wird. Zwar hat das Pflaster den Vorteil einer 3-tägigen Wirksamkeit, nachteilig sind jedoch die Verschreibungspflicht und Nebenwirkungen wie abnorme Müdigkeit und Mundtrockenheit.
  • In Frage kommt auch ein pflanzliches Präparat aus Ingwerwurzel (Zintona®), eventuell Ingwerbonbons, wobei die Wirksamkeit nicht sicher erwiesen ist. Gleiches gilt für Vitamin-B6-Tabletten, welche die Nervenreizung des Gleichgewichtsorgans dämpfen sollen. Homöopathen empfehlen Cocculus D6 oder Nux vomica D6.
  • Empfohlen werden gelegentlich auch Akupressurbänder (SEA-Band®), durch die auf einen bestimmten Punkt auf der Innenseite des Unterarms ein sanfter Druck ausgeübt wird (Kosten ~ 15 €). Mit ~ 150 € sehr viel teurer sind Brillen, die einen künstlichen Horizont dadurch erzeugen, dass in jedem Glas zur Hälfte eine Flüssigkeit eingelagert ist. Damit gleichen die Brillen wie eine Wasserwaage alle Kopfbewegungen aus (Tempest®).

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen als chronisch Kranker

Auch wer dialysepflichtig ist oder täglich dreimal Insulin spritzen muss, sehnt sich nach Urlaub und Tapetenwechsel; bei jeder Erkrankung gibt es jedoch verschiedene Dinge zu beachten.

Mittlerweile haben sich eine ganze Reihe von Reiseveranstaltern auf die besonderen Bedürfnisse von chronisch Kranken eingestellt. Voraussetzung für eine angemessene Betreuung ist allerdings, vor Reiseantritt um die individuellen Bedürfnisse und „Besonderheiten“ des Reisenden zu wissen und sie bei der Planung mit einzubeziehen. Sehr wichtig ist deshalb das Gespräch mit Reiseveranstaltern und Betreuungspersonal an Bord von Flugzeugen und Schiffen und in den Hotels. Entscheidend ist, die Reise sorgfältig zu planen, mit Ruhe anzugehen und ausreichend Zeit für alle Transfers einzuplanen.

Weiterführende Informationen

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen als Dialysepatient

Dialysepatienten können trotz Nierenersatztherapie in viele Länder reisen – lediglich von Reisen in Länder mit unzureichenden hygienischen Verhältnissen oder weit verbreiteten, ansteckenden Krankheiten ist abzuraten. Patienten, die gerade erst mit der Dialyse begonnen haben, sollten warten, bis sie ihren Körper unter den veränderten Verhältnissen besser kennen. Patienten, die auf eine Nierentransplantation warten, müssen ständig erreichbar sein.

Im Vordergrund der Reiseplanung steht die Kontaktaufnahme mit einem Dialysezentrum am Reiseziel: Hämodialyse-Patienten können eine Reise innerhalb Deutschlands sehr kurzfristig planen; bei Reisen ins Ausland sollten sie rechtzeitig einen Platz in einem Dialysezentrum reservieren. Da immer mehr Reedereien Schiffe mit Dialysestationen ausrüsten, können sogar Kreuzfahrten unternommen werden.

Patienten, die eine  Peritonealdialyse durchführen, können sich viel ungezwungener bewegen: Bei spontanen Reisen passt das Zubehör ins Reisegepäck, bei Fernreisen empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit einer Firma, die die benötigten Hilfsmittel direkt an den Urlaubsort liefert.

Weiterführende Informationen

  • www.kfh-dialyse.de – Internetseite des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation e. V., Neu-Isenburg: Befasst sich unter der Rubrik Leben mit Nierenersatztherapie ausgiebig mit der „Urlaubsdialyse“.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen im Alter

Die jüngeren Senioren unter 75 Jahren sind heutzutage die reisefreudigste Altersgruppe. Doch egal, wie fit und gesund man sich fühlt: Der Körper braucht länger, sich an ungewohnte Bedingungen anzupassen. Beispielsweise nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, durch regulierende Mechanismen die Körperkerntemperatur zu erhalten oder auch nach einem Zeitzonenwechsel wieder problemlos zu schlafen. Dass immer mehr Senioren krank aus dem Urlaub zurückkommen, mag daran liegen, dass die persönliche Leistungsfähigkeit überschätzt wird.

Andererseits aktiviert Reisen den Organismus und schafft Abwechslung. Gerade ältere Menschen vertragen Flugreisen sogar sehr gut, da die starreren Gefäßwände ein Schutz bei Druckschwankungen sind.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen in der Schwangerschaft

Auch wenn prinzipiell während einer Schwangerschaft nichts gegen (weite) Reisen einzuwenden ist, ist Vorsicht dennoch angebracht. Vor der Abreise sollte man auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Frauenarzt führen. Extreme Anstrengungen sollten vermieden werden, für Begleitung sollte gesorgt und der Mutterpass immer dabei sein.

In den ersten drei und den letzten beiden Monaten der Schwangerschaft ist zu überlegen, welches Risiko man eingehen möchte, zumal am Anfang der Schwangerschaft möglichst keine Arzneimittel, also auch keine Impfungen verabreicht werden sollen. In den Restmonaten aber sind eine Reihe von Impfungen und die Gabe eines Malariaschutzes möglich und gegebenenfalls auch nötig. Allerdings dürfen keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie Gelbfieber erfolgen und der Malariaschutz (eine Malariaerkrankung in der Schwangerschaft kann das Leben der Mutter und des ungeborenen Kindes gefährden) muss spezifisch ausgewählt werden (mehr dazu im Abschnitt Malariaprophylaxe).

Bei Flugreisen besteht ab dem 8. Monat die Gefahr einer vorzeitigen Geburt, im 9. Monat werden Schwangere von Fluggesellschaften ohnehin nur noch mit Attest oder in Begleitung eines Arztes transportiert. Wegen des erhöhten Thromboserisikos ist auf ausreichende Bewegung und Flüssigkeitszufuhr im Flugzeug zu achten, auch das Anlegen von Kompressionsstrümpfen ist zu erwägen.

Führt die geplante Reise an heiße, sonnige Ziele, ist zu berücksichtigen, dass der Körper in der Schwangerschaft die Körperkerntemperatur um ~ 1 °C senkt, um das Ungeborene vor Wärmestress zu schützen. Sind nun die Außentemperaturen ungewohnt hoch, muss der Körper verstärkt Wärme abgeben, was zu einer erhöhten Kreislaufbelastung der Schwangeren führt. Auch besteht wegen einer Erhöhung der Melaninproduktion in der Sonne ein höheres Risiko, vermehrt Pigmentflecken zu bilden.

Weiterführende Informationen

  • J. u. W. Lips: Schwanger reisen. Reise Know-how, 2002. Der Ratgeber behandelt alle erdenklichen Fragen, die „Frau in anderen Umständen“ hat, und was sie beim Reisen beachten sollte. So auch Reisezeit und -ziel, Klima und Ernährung; mit vielen hilfreichen Tipps für unterwegs.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen in die Kälte

Erfrierungen drohen außer beim Bergsteigen auch beim Ski- und Wassersport und sogar beim Bergtrekking in tropischen und subtropischen Ländern. In jedem Fall kommt der richtigen Kleidung eine entscheidende Rolle beim Vermeiden von Kälteschäden zu: mehrere, ausreichend Bewegungsfreiheit gebende Kleiderschichten, eine ausreichende Kopfbedeckung (bis zu 50% der Körperwärme wird über die Kopfregion abgegeben), Fäustlinge für die Finger sowie Schuhe, in denen man die Zehen noch bewegen kann. Zusätzlich sollte das Gesicht mit einer fetthaltigen Creme geschützt werden.

Insbesondere bei Erschöpfung, Alkoholkonsum, Wind, Feuchtigkeit und Nässe kommt es in Abhängigkeit von der Temperatur und der Dauer der Einwirkung zu Erfrierungen. Zunächst tritt eine Gefühllosigkeit auf (bei Wiedererwärmung Hautrötung und Juckreiz), dann kommt es zu Gewebeschäden (bei Wiedererwärmung Blasen und Gewebeblutungen), die schließlich irreparabel sein können. Durch plötzliche Kälteeinwirkung auf den Körper kann es außerdem zur Unterkühlung kommen.

Häufiges Frieren verdirbt vor allem Kindern den Spaß am Urlaub. Mehr noch, es ist ein echtes Krankheitsrisiko. Sind kühle Tage nicht zu vermeiden, sollten die Erwachsenen darauf achten, dass Kinder in Bewegung bleiben, nicht völlig durchschwitzen und immer wieder warme Getränke und Speisen bekommen, um sich von innen aufzuwärmen. So lassen sich fiebrige Erkältungen vermeiden.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen in tropisches Klima

Bei Reisen in tropische Klimazonen stellen extreme Hitze zusammen mit fehlender Abkühlung in der Nacht und hoher Luftfeuchtigkeit eine große Belastung für den Organismus dar. Das A und O, um diesem Stress in den ersten entscheidenden Tagen der Akklimatisation zu begegnen, liegt in einer wohl dosierten Portion Ruhe, dem Vermeiden von zuviel Sonne sowie einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr.

Zu denken ist auch an angemessene Kleidung, welche, am besten im Zwiebelschalenprinzip, die rasche Einstellung auf große Kalt/Warmunterschiede erleichtert. Besonders Geschäftsreisende haben hier oft ein Problem, da ihre Kunden oder Gesprächspartner vor Ort meist stark klimatisierte Räume bevorzugen. Diese aber erweisen sich immer wieder als heimtückisch, besonders wenn sie in verschwitztem Zustand betreten werden.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Allergien

Patienten mit Pollenallergie reisen am besten antizyklisch, legen also ihren Urlaub in die Zeit der größten Pollenbelastung zu Hause. Geeignete Urlaubsziele sind alle allergenarmen Gebiete an Küsten oder im Gebirge – über 1 500 m existieren praktisch keine Hausstaubmilben und die Pollenbelastung ist auf ein Sechstel reduziert. Achtung: Bei anderen Reisezielen ist aufgrund klimatischer Unterschiede der Zeitraum der Pollenbelastung häufig verschoben. Vielfach empfohlen werden die Länder bzw. Orte rund ums Mittelmeer mit ihrem milden, warmen Klima und der pollenarmen Seeluft.

Patienten mit Hausstaubmilbenallergie nehmen Matratzenüberzüge mit, Tierhaarallergiker erkundigen sich beim Vermieter oder Hotel genau nach der Zimmerausstattung. Eine Sonnenallergie kann durch Sonnenverzicht, zumindest zwischen 11 und 15 Uhr, verhindert oder gemildert werden.

Weiterführende Informationen

  • www.urlaub-mit-allergien.de – Private Website aus Paderborn. Zwar werden auf der Internetseite Produkte beworben, dennoch sind die beschriebenen Unterkünfte, weiterführenden Links und Literaturtipps für Allergiker sehr hilfreich.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Asthma

Asthmatiker, die auftretende Asthmaanfälle mit Sprays selbst behandeln, können ohne Probleme auf Reisen gehen, wenn sie den Urlaubsort günstig auswählen, sich in einer stabilen Phase der Erkrankung befinden und ausreichend Medikamente mitnehmen.

Flugreisen sind tendenziell zu meiden, da

  • Sowohl der Sauerstoffpartialdruck erniedrigt als auch die Sauerstoffversorgung erschwert ist
  • Anfälle auf Flügen häufig durch Klimaanlagen, Zugluft und die dort herrschende trockene Luft ausgelöst werden.

Viele Asthmakranke gehen davon aus, dass die salzhaltige Luft an Nord- und Ostsee besonders günstig sei; sie ist jedoch auch besonders rau und manche Patienten reagieren darauf mit Erkältungen. Dagegen haben Mittelmeerländer ein sanftes, reizarmes Klima. Vorsicht ist bei chloriertem Wasser in Frei- oder Hallenbädern geboten, sowie in ozonbelasteten Großstädten mit verkehrsreichen Straßen. Hier sollten Wege besser nur in klimatisierten Fahrzeugen zurückgelegt werden. In vielen Hotels gibt es mittlerweile Allergiker- oder zumindest Nichtraucherzimmer.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Bluthochdruck (Hypertonie)

Für Patienten, die an hohem Blutdruck leiden und medikamentös gut eingestellt sind, gibt es eigentlich keine Einschränkungen auf Reisen. Selbstverständlich sollten das Blutdruckmessgerät und ausreichend Medikamente im Reisegepäck mitgeführt werden. Beim Steigen in größere Höhen und Reisen in heiße Klimazonen sinkt der Blutdruck im Allgemeinen etwas, sodass eine häufigere Kontrolle und gegebenenfalls eine Medikamentenanpassung zu erwägen ist (vorher mit dem Arzt besprechen).

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen

Bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist das Reisen in Gebiete mit einem niedrigen Hygienestandard wegen einer wahrscheinlichen Verschlimmerung der Durchfälle ein hohes Risiko. Denn zum einen kommt die fragile Darmflora durch die fremde Kost durcheinander, die Beschwerden verstärken sich. Zum anderen setzen die Basistherapeutika die Immunabwehr herab und machen eine Infektion wahrscheinlicher. Aber auch Patienten mit starker Verstopfungsneigung oder Divertikulitis kann ein eingeschränktes Nahrungsmittelangebot am Urlaubsort zur Verzweiflung treiben.

So sind für Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen letztlich Luxushotels, die weltweit europäische Essensstandards garantieren, die einzige Möglichkeit, größere Komplikationen zu verhindern. In jedem Fall ist vor der Reisebuchung ein Gespräch mit dem Hausarzt anzuraten.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit dem Rucksack

Individual-Fernreisende suchen Erlebnisse und Erfahrungen, die nur abseits der großen Touristenströme möglich sind. Aber sie handeln sich damit auch solche Bedingungen ein, mit denen sonst nur die einheimische Bevölkerung zurechtkommen muss, weswegen sich zum Beispiel das Mitnehmen einer besonders sorgfältig zusammengestellten Reiseapotheke empfiehlt. Dazu kann es gehören, ein Antibiotikum „für alle Fälle“ hinzuzufügen, für welches der Hausarzt ein Privatrezept ausstellt. Besondere Vorsicht ist in einfachen Hotels oder Privatunterkünften geboten: Um Läuse und anderes Ungeziefer auf Abstand zu halten, sollte zumindest ein eigener Leinenschlafsack im Gepäck sein.

Weiterführende Informationen

  • Die besten Informationen für Rucksacktouristen bietet der australische Verlag Lonely Planet. Englische Titelauswahl unter www.lonelyplanet.com, dort gibt es auch ein Reiseportal speziell für Einzel-Fernreisende. Viele Titel sind inzwischen auch auf Deutsch lieferbar - auf der deutschen Homepage www.lonelyplanet.de.
  • D. Werner: Wo es keinen Arzt gibt. Reise Know-How, 2004. Praxiserprobte medizinische Ratschläge für Individual-Fernreisende abseits der Touristenströme.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Depressionen und anderen schweren psychischen Erkrankungen

Eine Reise sollte nur in einem stabilen Zustand angetreten werden, niemals aber zum Zwecke der Stimmungsaufhellung, da eine ungewohnte Umgebung und die am Zielort fehlenden Familienangehörigen eine Depression verstärken oder sogar neu auslösen können (Reisedepression). Hilfreich sind sicher der Kontakt zu einer vertrauten Person sowie ein Notfallplan für eine vorzeitige Rückreise. Vor der Reise sollten die Reisepläne auch mit dem Therapeuten besprochen werden; im besten Fall besteht die Möglichkeit, diesen auch während des Urlaubs erreichen zu können.

Zu beachten ist ferner, dass Medikamente zur  Malariaprophylaxe, z. B. Mefloquin, schwere psychische Nebenwirkungen haben. Auch Medikamente gegen Reiseübelkeit und selbst Antibiotika können ungewohnt müde machen oder die Stimmung verändern. Andererseits kann es aufgrund eines erhöhten Flüssigkeitsverlusts (beispielsweise bei Durchfällen oder Erbrechen) bei der Einnahme von Antidepressiva zu Problemen durch Wirkungsminderung kommen.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Diabetes

Blutzucker wird in den alten Bundesländern und in vielen europäischen Ländern in mg/dl (Milligramm Glukose pro Deziliter Blut) angegeben, während international, z. B. in Frankreich oder den USA, die Maßeinheit mmol/l (Glukosekonzentration in Millimol pro Liter Blut) verwendet wird. Eine Umrechnung der beiden Einheiten ist möglich über die Formel mg/dl x 0,0555 = mmol/l (Beispiel: 150 mg/dl = 8,3 mmol/l) beziehungsweise mmol/l x 18,02 = mg/dl (Beispiel: 7 mmol/l = 126 mg/dl).

Auf Reisen ist die Verpflegung während einer Flugreise meist noch das kleinste Problem: Eine Diätmahlzeit kann im Voraus (in der Regel 24 Stunden vor Abflug) bei vielen Fluggesellschaften gebucht werden. Bei Billigflügen ist allerdings die Mitnahme eigenen Proviants ratsam.

Bei Reisezielen mit über zwei Stunden Zeitverschiebung müssen insulinpflichtige Patienten auf eine zeitlich angepasste Medikamenteneinnahme achten (die Einnahme oraler Antidiabetika bleibt davon unberührt). Nachdem sich sowohl bei langen Flügen nach Westen als auch bei Flügen nach Osten für den Patienten der Tag verlängert, muss die entstehende Insulinlücke überbrückt werden. Das Mittel der Wahl ist Normalinsulin, über das Patienten mit intensivierter konventioneller Therapie ohnehin verfügen und das der Arzt ansonsten problemlos verschreibt. Die Berechnung des Bedarfs an Altinsulin erfolgt durch eine alle 3–4 Stunden durchgeführte Blutzuckermessung nach folgender Formel:

(Blutzucker – 120) : 40 = I.E. Normalinsulin

Zum Beispiel: gemessener BZ-Wert im Flugzeug = 240 mg/dl, notwendig sind also (240 – 120) : 40 = 3 I.E. Normalinsulin.

Die gesamte Ausrüstung gegen Diabetes sollte im Handgepäck transportiert werden, um jedes Risiko zu vermeiden, dass am Urlaubsort wichtige Utensilien fehlen: Pen, Einwegspritzen U100 (orangefarbene Schutzkappe) mit Nadeln, Insulin (die doppelte Menge der gesamten benötigten Dosis, gekühlt in einer Thermoskanne), Blutzuckermessgerät mit Ersatzbatterien, Teststreifen, eventuell auch visuell ablesbare (defektes Gerät) und Keto-Diabur® Urinteststreifen, Traubenzucker in größeren Mengen, GlucaGen®-Hypokit, Diabetikerpass, BZ-Tagebuch, ärztliche Bescheinigung zur Vorlage bei der Passkontrolle.

Der Insulinbedarf kann unter ungewohnten Bedingungen deutlich vom gewohnten Bedarf abweichen: Starke Sonneneinstrahlung führt zu einer erhöhten Insulinwirkung, auch körperliche Aktivität senkt den Insulinbedarf, sodass es ratsam ist, zumindest die ersten 2–3 Tage mehrmals zu messen, bis sich alles eingespielt hat.

Sowohl das Insulin als auch die Blutzuckermessgeräte und die -teststreifen dürfen nicht lange der prallen Sonne ausgesetzt werden: Insulin ist bis max. 40 °C stabil, die Teststreifen funktionieren nur zuverlässig zwischen 15 °C und 35 °C. Um das Insulin sicher zu transportieren, eignet sich am besten eine mit kaltem Wasser ausgespülte Thermoskanne.

Auf kleine Verletzungen ist zu achten, wobei Diabetiker mit Empfindungsstörungen und Beschwerden an der Fußhaut nicht barfuß laufen sollten. Bei Durchfall und Erbrechen sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Weiterführende Informationen

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Gehbehinderung

Rollstühle sind zwar fast überall verfügbar – dennoch raten wir von einem Reiseziel wie Venedig, das reich an Treppen und Brücken ist, ab. Die Unterkunft sollte behindertengerecht ausgestattet sein. Die Mitnahme eines Rollstuhls muss bei Flugreisen vorher angegeben werden; ein ausgefülltes Formular für den Zoll (außerhalb der EU) ist ebenfalls notwendig.

Weiterführende Informationen

  • www.natko.de – Website der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V. (NatKo, Düsseldorf): Gute Ratschläge für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen jeder Art – für Rollstuhlfahrer, aber auch Sehbehinderte, Menschen mit geistigen Behinderungen und ältere Menschen.
  • www.behinderten-hotels.de – Internetseite, betrieben vom FMG-Verlag, Meerbusch: Bietet behindertengerechte Unterkünfte in ganz Deutschland, nach Bundesländern untergliedert.
  • Folgendes Buch ist auf letzterer Internetseite direkt bestellbar: Y. Escales: Handicapped-Reisen Deutschland. FMG-Verlag, 2007. Informiert über behindertengerechte Urlaubsmöglichkeiten in Deutschland

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit gerinnungshemmenden Medikamenten

Diejenigen, die Heparin spritzen, brauchen keinerlei Vorkehrungen zu treffen (außer ausreichend Heparin-Fertigspritzen einzupacken).

Bei Marcumar®-Patienten sollte vor der Reise der Gerinnungswert konstant eingestellt werden. Im Idealfall wird der Gerinnungswert innerhalb weniger Tage nach Ankunft am Reiseziel von einem Arzt neu bestimmt. Die Blutgerinnung ist nämlich abhängig von Faktoren wie Klima, Ernährung, Alkoholgenuss oder Bewegung. Sollte eine Kontrolle der INR-Werte durch den Patienten selbst mithilfe eines Systems wie Coaguchek® erfolgen, so muss der Patient in der ersten Urlaubswoche öfter als sonst messen, um gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis vornehmen zu können.

Reisen an Orte ohne gesicherte medizinische Versorgung sind nicht empfehlenswert, denn die Gefahr unstillbarer Blutungen ist auch bei optimal eingestellter Marcumar®-Dosierung stark erhöht.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Herzerkrankungen

Die Faustregel für Patienten mit Herzerkrankungen ist ganz einfach: „Wer beschwerdefrei die Gangway hinaufkommt, ist – was die Herzfunktion betrifft – auch flugtauglich.“ Nach überstandenem Herzinfarkt ist jedoch frühestens sechs Wochen nach Ausheilung und nach einem Gespräch mit dem Arzt an eine weite Reise zu denken. Bei langen Flugreisen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig, der Konsum von Alkohol oder Zigaretten sollte unterlassen werden. Vorsicht bei der Anwendung des Nitrosprays: Im Flugzeug kann die Wirkung schneller einsetzen als gewöhnlich – eine schnelle Zweitanwendung ist also zu unterlassen. Strikt zu meiden sind Aufenthalte in Höhen über 3 000 m aufgrund des Sauerstoffmangels.

Ein Herzschrittmacher stellt in der Regel kein Hindernis für eine Flugreise dar. Zwar entdecken die Metalldetektoren beim Sicherheitscheck den Schrittmacher, doch der mitgeführte Ausweis und die vorab erfolgte Information des Flughafenpersonals klären die Situation.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Kindern

Wer bereits mit kleinen Kindern gereist ist, weiß, dass sie empfindlich auf jede Art von Veränderung reagieren. Manche Kinder tolerieren abrupte Änderungen im Tagesrhythmus oder Schlafentzug, der sich auf Reisen häufig nicht vermeiden lässt, gar nicht oder nur eingeschränkt. Ihr Körper passt sich neuen Lebensbedingungen nur langsam an – ein Umstand, den Eltern auch schon bei kleinen Reisen (zu den Großeltern, Freunden) zu spüren bekommen. Ab welchem Alter Fernreisen sinnvoll sind, ist deshalb eine schwierige Entscheidung. Hinweise für Reisetauglichkeit sind, dass das Kind

  • im Normalfall keinen Mittagsschlaf mehr braucht
  • beim Essen toleranter für fremde Genüsse geworden ist.

Für Impfungen oder Malariaprophylaxe gilt eine Altersuntergrenze von zwei Jahren. Aber auch bei älteren Kindern gibt es oft Probleme, weil Durchfälle und Erbrechen als Nebenwirkung häufig auftreten.

Kurze Fernreisen mit Klimawechsel und großer Zeitverschiebung – wie zum Beispiel sieben Tage in die Dominikanische Republik – sind für Kinder generell sehr belastend. Man sollte darauf verzichten.

Die Bahn ist für Kinder im Prinzip das optimale Verkehrsmittel, da sie sich ihrem Naturell entsprechend bewegen können. Bei Flugreisen ist zu beachten, dass die Klimaanlage einen erhöhten Flüssigkeitsverlust verursacht und die Druckunterschiede bei Start und Landung häufig Ohrenschmerzen hervorrufen. Hier hilft es, wenn die Kinder besonders beim Landen nicht schlafen, wenn Babys saugen oder je nach Alter vor der Reise das Kauen, Schlucken oder Gähnen eingeübt wurde, um die Tubenbelüftung (bei der Tubenbelüftungsstörung erklärt) zu erleichtern. Auch die Zeitverschiebung kann Probleme bereiten (Allgemeines dazu im Abschnitt Jetlag).

Treffen Kinder im Ausland auf ungewöhnlich hohe (oder tiefe) Temperaturen, so ist daran zu denken, dass sie aufgrund ihrer kleineren Körperoberfläche nur eine geringe Temperatur- und Wärmeaustauschfläche (Haut/Umwelt) besitzen und dementsprechend Hitze- und Kälteeinwirkungen viel intensiver ausgesetzt sind. Deshalb muss man auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr achten und die Kleidung den Außentemperaturen entsprechend anpassen.

Sonnenbrille, Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel gehören selbstverständlich in den Reisekoffer, gegebenenfalls auch Badeschuhe. Bei starker Sonneneinstrahlung behalten Kinder beim Baden das T-Shirt am besten an. Beim Spielen in hygienisch bedenklicher Umgebung kommen Kinder natürlich schnell mit unliebsamen Krankheitserregern in Kontakt, was die möglichst strikte Einhaltung der Hygieneregeln nötig macht.

Treten Durchfälle, Erbrechen oder starkes Schwitzen bei Kindern auf, so muss das ernst genommen und unverzüglich mit der Gabe von Elektrolyten und Flüssigkeit begonnen werden: 50–100 ml pro kg Körpergewicht in den ersten 4–8 Stunden (bei ersten Zeichen von Austrocknung Menge verdoppeln) und danach 50–100 ml nach jedem ungeformten Stuhl. Dies ist wichtig, da ein Flüssigkeitsverlust sehr schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. Bei anhaltendem Erbrechen und Durchfall, genauso wie bei anhaltenden Schmerzen, hohem Fieber, Blutungen oder Atemnot, schlecht heilenden Wunden sowie bei Nahrungs- und Flüssigkeitsverweigerung sollte möglichst rasch ein Arzt aufgesucht werden.

Weiterführende Informationen

  • H. Renz-Polster et al.: Gesundheit für Kinder. Kösel, 2007. Dem Thema „Mit Kindern reisen“ ist ein eigenes Kapitel in diesem Buch gewidmet. Sehr empfehlenswert.
  • Alle Reiseführer der Reihe Lonely Planet enthalten ein Kapitel Travel with children.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Krebs

Ob ein an Krebs erkrankter Patient in der Lage ist zu reisen (und wenn ja, welche Reiseziele geeignet sind), hängt vom Zustand des Patienten ab – eine Vielzahl von Ratschlägen sollte berücksichtigt werden, von denen nur ein paar an dieser Stelle genannt werden können:

  • Wenn Medikamente, etwa gegen Schmerzen oder Übelkeit, die Fahrtüchtigkeit beeinflussen, sollte man nicht selbst Auto fahren – unter Umständen zahlt die Versicherung im Schadensfall nicht.
  • Flugreisen sollten nur in angemessenem Abstand zu Operationen unternommen werden, weshalb die Flugtauglichkeit durch den Arzt überprüft werden sollte.
  • Patienten, deren Lymphknoten entfernt wurden, können durch erhöhte UV-Strahlung ein Lymphödem entwickeln.
  • Bestrahlte Haut darf nicht der Sonne ausgesetzt werden.
  • Vorsicht bei Thermal- oder Moorbädern: Die Kreislaufbelastung und die allgemeine Umstellung der Körperfunktionen ist nicht zu unterschätzen, die Wirkung auf die Krebserkrankung ist nicht immer abzusehen.
  • Ob Impfungen (die das Immunsystem zusätzlich belasten) verabreicht werden können, muss individuell mit dem Arzt besprochen werden.

Weiterführende Informationen

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler
Reisen mit Rückenproblemen

Probleme bereiten Fahrten im Auto oder Wohnmobil. Auch Nächte in fremden Hotelbetten haben schon so manchem Patienten mit Rückenproblemen den Urlaub verdorben. Leider nehmen auch die derzeitigen Hotelklassifikationen keinerlei Bezug auf die Bettenqualität, sodass auch in einem teuren Hotel durchgelegene Matratzen die Nachtruhe verderben können. Tipp: Matratze zur Not auf den Boden legen – dann ist man zumindest den Störfaktor Lattenrost los. Wen ein Kilo zusätzliches Gepäck nicht stört, kann sich eventuell mit einer aufblasbaren Reisematratze unabhängig machen, die es heute in hoher Qualität und trotzdem reisetauglichen Packmaßen gibt.

Weiterführende Informationen

  • www.agr-ev.de – Website der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR, Selsingen): Mit Tipps zu Autositzen, Liegesystemen und „rückengerechten Hotels“ sowie zu rückenschonendem Verhalten.

Autor: Dr. rer. nat. Annette Diekmann-Müller, Dr. med. Arne Schäffler